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Denkmäler bewegen das Denken im Hörsteler Bürgerpark

Quelle: Ibbenbürener Volkzeitung, Marianne Sasse

Kinder, die um ihre Kindheit betrogen wurden: Der Arche-Kindergarten inszeniert als lebendes Denkmal einen beeindruckenden Flüchtlings- und Vertriebenentreck.

Kinder, die um ihre Kindheit betrogen wurden: Der Arche-Kindergarten inszeniert als lebendes Denkmal einen beeindruckenden Flüchtlings- und Vertriebenentreck.



Hörstel. Beeindruckende Kultur in vielfältiger Form brachte Bewegung und Dynamik in den Bürgerpark am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals. Der Heimatverein hatte mit weiteren Vereinen, Gruppen, Einrichtungen und Organisationen eingeladen, die Bürger kamen in Scharen. Sie wurden von einem außergewöhnlichen Programm in den Bann gezogen. Historische Momentaufnahmen bis in die Gegenwart reihten sich wie Perlen einer Kette aneinander, bewegte Denkmäler gaben bewegende Denkanstöße.

Die Nationalflaggen der Hörsteler Partnerstädte und „Schwarz Rot Gold“ wehten als Eckpfeiler der Brücke hoch über dem Bürgerpark und schlugen so Brücken zu den Partnerstädten in den verschiedenen Ländern. Mit Polit-Prominenz vom Bundestagsabgeordneten Dieter Jasper über den CDU-Landtagsfraktionsvorsitzenden Karl-Josef Laumann bis hin zu Bürgermeister Heinz Hüppe feierten die Hörsteler Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste aus den Niederlanden, England und Ghana diesen Denkmaltag.
Mit einer Festliturgie im Bürgerzelt, gehalten vom ghanaischen Priester Charles Dibin, begann der Tag. Das Blasorchester Hörstel spielte die sakrale Hitparade, und die Besucher sangen freudig mit. Bannerabordnungen der sechs Schützenvereine der Mark Hörstel und der amtsälteste Markenkönig, Heinrich Breulmann vom Schützenverein Ostenwalde, in vollem Ornat, gaben dem Ganzen einen würdigen Rahmen.

Nach der Begrüßung des dienstältesten Markenkönigs Heinrich Breulmann führt das Blasorchester Hörstel die Schützen und vielen Festgäste zum Xtra-Gleis, wo die Heimatvereinsvorsitzende Maria Rumker die Bedeutung des Schützenwesens und der historischen Markenkönigskette erläutert, des einzigen beweglichen Denkmals Hörstels.

Nach der Begrüßung des dienstältesten Markenkönigs Heinrich Breulmann führt das Blasorchester Hörstel die Schützen und vielen Festgäste zum Xtra-Gleis, wo die Heimatvereinsvorsitzende Maria Rumker die Bedeutung des Schützenwesens und der historischen Markenkönigskette erläutert, des einzigen beweglichen Denkmals Hörstels.
(Fotos: Marianne Sasse)



Unter musikalischer Führung des Blasorchesters Hörstel setzte sich dann ein Festzug in Richtung Marienhof in Bewegung. Dort segnete Pastor Dibin das neue Gebäude mit der Senioren-WG und dem betreuten Wohnen. Nach dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ durchschnitten Klemens Eßlage, der „Macher“ des Bürgerparks, Dieter Jasper, die Heimatvereinsvorsitzende Maria Rumker, Dibin und Hüppe das Band und eröffneten ihn damit offiziell.

Gunnar Sander (Mitte), Betreiber des Marienhofes, enthüllt das Straßenschild am noch namenlosen Bürgerparkweg.

Gunnar Sander (Mitte), Betreiber des Marienhofes, enthüllt das Straßenschild am noch namenlosen Bürgerparkweg.
(Fotos: Marianne Sasse)



Gunnar Sander, Betreiber des Marienhofs, enthüllte ein Straßenschild mit Fragezeichen. Der neue Weg durch den Bürgerpark hat noch keinen Namen. Die Besucher waren eingeladen, Namensvorschläge abzugeben.

Symbolisches Ende: Der Zug der Flüchtlinge mündet in ein Meer wehender Europa-Fahnen.

Symbolisches Ende: Der Zug der Flüchtlinge mündet in ein Meer wehender Europa-Fahnen.
(Fotos: Marianne Sasse)



Der Festzug setzte sich in Richtung Bahnhof fort. An der beflaggten Brücke im Bürgerpark hielt er an. Dort wurde der Markenkönig mit 21 Salutschüssen und einem Feuerwerk begrüßt, „angelehnt an die alte Tradition, hochgestellte Persönlichkeiten, die in friedlicher Absicht kamen, mit leergeschossenen Kanonen zu empfangen“, erklärte Norbert Liedmeyer vom Heimatverein Hörstel, Cheforganisator des Tages.

Ein Schnäpschen schenkt Kiepenkerl Erwin Schoo aus.

Ein Schnäpschen schenkt Kiepenkerl Erwin Schoo aus.
(Fotos: Marianne Sasse)



Am Bahnhof hielt Maria Rumker einen Vortrag über die Geschichte des Schützenwesens und über die historische Markenkönigskette von 1648, das einzige bewegliche Denkmal in Hörstel. Derweil wurden auch die Ausstellungen im Bürgerzelt vom Heimatverein, vom Verein Städtepartnerschaften und von den Weißen Vätern eröffnet. Kinder vergnügten sich im Kinderkarussell, auf der Rattata-Bahn, der Strohburg und bei verschiedenen Aktionen der Kindergärten St. Martin und St. Placida sowie der OGS.

Kinder rutschen auf der Rattata-Bahn.

Kinder rutschen auf der Rattata-Bahn.
(Fotos: Marianne Sasse)



Am Mittag stellten Kinder, Eltern und Erzieherinnen des Arche-Kindergartens ein bewegendes lebendes Denkmal dar. In einem großen Flüchtlings- und Vertriebenentreck zogen sie in historischer Kleidung mit ihrem letzten Hab und Gut, vom Drostehaus zum Bahnhof und weiter durch den Bürgerpark. Kindergartenleiterin Doris Janßen gab Erläuterungen zu den verschiedenen Flüchtlingsgruppen, die in Hörstel ankamen und hier eine neue Heimat gefunden haben. Nach kurzer Pause kehrten die Kinder, mit Europafähnchen wedelnd, zu den Klängen der Europahymne, zurück.

Schlag auf Schlag folgte das weitere Programm mit vielen Aktionen, das Andreas Gößling moderierte. Unter anderem fuhren 25 Trecker mit Geschichte in den Bürgerpark, die Jugendfeuerwehr baute eine große Leonardo-Brücke und löschte Brände auf uralte und moderne Art. Der SC Hörstel und der Reiterverein brachten Bewegung in den Bürgerpark. Der Ablauf eines historischen Viehhandels wurde gezeigt, im Festzelt ließen sich die Besucher bei musikalischer Unterhaltung durch die Blaskapelle „De Heujschudders“ aus Dalfsen und dem Musikverein „Glückauf“ Kaffee und Kuchen schmecken. Gegen Abend spielte der Spielmannszug Knobben-Poggenort, und ein Erinnerungsbaum wurde gepflanzt. Im benachbarten Marienhof, der an diesem Tag sein fünfjähriges Bestehen und die Eröffnung des neuen Traktes feierte, nutzten viele den Tag der offenen Tür.