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Drei herrliche Tage

Quelle: Westfälische Nachrichen, Ruth Jacobus

Die Mundartgruppe des Heimatvereins bewies auf vergnügliche Art und Weise, dass sie die plattdeutsche Sprache beherrscht. Sie spielte einen Sketch.Fotos:

Die Mundartgruppe des Heimatvereins bewies auf vergnügliche Art und Weise, dass sie die plattdeutsche Sprache beherrscht. Sie spielte einen Sketch.Fotos:
(Ruth Jacobus)



Tecklenburg-Ledde – „Der liebe Gott hat gute fünf Minuten gehabt, als er Ledde gemacht hat.“ Karl-Josef Laumann erweist sich immer öfter als Fan des rührigen Dorfes mit langer Tradition. Der ehemalige Landesminister und heutige CDU-Fraktionschef im Landtag gehörte zu den zahlreichen Gästen beim Dorfabend. Mit einem tollen Programm wurden die dreitägigen Jubiläumsfeierlichkeiten am Freitagabend eröffnet und gestern mit einem prächtigen Festumzug beendet: „Ledde 850 Jahre jung“.
Hartmut Brackemeyer hieß am Freitag als Vorsitzender der Interessengemeinschaft Ledde die Gäste willkommen, darunter Bürgermeister aus den Nachbargemeinden und eine Abordnung aus der Partnerstadt Chalonnes.

„Der Gemeinschaftssinn ist lebendig“, befand Bürgermeister Stefan Streit in seiner Ansprache und wies darauf hin, was die Ledder „mit Bürgersinn und Schulterschluss“ bereits alles erreicht haben, nannte das Dorfgemeinschaftshaus und den Netto-Markt.

Es gebe nichts Schöneres, als solch einen Geburtstag wie „850 Jahre Ledde“ mit allen Generationen zu feiern, meinet Karl-Josef Laumann. Heute hätten die Menschen gute Lebensbedingungen. „Früher gingen die Kaninchen in die Knie, um satt zu werden“, blickte Laumann zurück und hatten die Lacher auf seiner Seite. Noch nie sei es so schön gewesen, hier zu leben wie im letzten Jahrzehnt. „Geht es dem Dorf gut, geht es auch den Menschen gut.“

Dass es schöner sei, in einem Dorf zu leben als in einer großen Stadt, fand Westerkappelns Bürgermeister Ullrich Hockenbrink,der die Glückwünsche der Nachbargemeinden überbrachte. „Wir haben im Dorf alles, was wir brauchen, nette Nachbarn, Freunde.“

„Wir sind eine Einheit mit vier gleichberechtigten Ortsteilen. Ledde steht heute im Fokus des Interesses“, hob Jörg Michel hervor, der im Namen der Tecklenburger Interessengemeinschaften und der Verkehrs- und Wirtschaftsgemeinschaft gratulierte.

Grüße des Leedener Heimatvereins überbrachte deren Vorsitzender Rudolf Rogowski. Er hob die vielfältigen Beziehungen zwischen Ledde und Leeden hervor.

„Von da oben“, nämlich aus Tecklenburg, war der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins angereist. Frank Bosse zeigte sich beeindruckt von Ledde. Das Dorf sei „überwältigend geschmückt“, lobte er und hatte gleich zwei Geburtstagsgeschenke mitgebracht: Eine historische Aufnahme und eine Hechel.

Einen Mühlenstein als symbolisches Geschenk hatte Waltraud Pott mitgebracht, die Vorsitzende des Brochterbecker Heimatvereins. Sie zeigte sich vom Festprogramm beeindruckt und hob hervor, wie viel Mühe und Fleiß die Organisation koste.

Ein Lob für die Ledder „Vereine, die die Tradition bewahren, aber auch die Zukunft gestalten“, sprach Jürgen Brönstrup von der Kreissparkasse Steinfurt aus – und überreichte als Geschenk 2500 Euro.

Nach den Reden durfte die Gratulantenschar dann das bunte Programm genießen. „Was hier läuft, ist irre“, befand der Moderator Heinz Meyer. Locker, frech und spritzig führte er durch den Abend. Vielfältig war es, was auf die Bühne gebracht wurde. Von den Grundschülern bis zu den Jagdhornbläsern, von den Heimatfreunden bis zu den Landfrauen – alle hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. Dabei hatten die Grundschüler, die das Programm eröffneten, mit Gesang und Tanz die Messlatte bereits sehr hoch gelegt.

Spaß und Unterhaltung für alle gab es am Samstag Rund um das Festzelt. das Wetter hätte besser nicht sein können, und so strömten die Menschen herbei. Am Abend lockte dann Musik in das Festzelt zum Tanz. Der Musikverein Dösingen spielte dort auf.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst wurde der letzte Tag der Jubiläumsfeier gestern eingeläutet. Die Ledder trafen sich anschließend zum Frühschoppen mit Platzkonzert und säumten später die Straßen beim großen Festumzug durch das Dorf.

Die Vereine hatten keine Mühen gescheut und Wagen liebevoll dekoriert. Da gab es echte Hingucker. Zum Beispiel die Heimatfreunde in ihren historischen Kostümen. Oder das „Tandem für Ledde“, besetzt mit den Pastören Ulrike Wortmann-Rotthoff und Andre Ost. Musikgruppen und Schützen sorgten für ein prächtiges Bild. Vorweg der Herforder Brauereiwagen, als Schlusslicht die Landwirte, auf dessen Wagen ein Spanferkel verlockende Düfte verbreitete – der bestens organisierte Festzug war der krönende Abschluss von drei wunderschönen Tagen.