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Haus Münsterland ist wieder da

Quelle: Westfälische Nachrichten

Volles Haus beim Festakt zur Wiedereröffnung von Haus Münsterland: Im großen Bühnensaal nahm (l.) Johannes Wieners, Geschäftsführer der infa-Münster gGmbH, viele gute Wünsche zum integrativen Gastronomiebetrieb entgegen. Es gratulierten (v.l.) MdL Josef Rickfelder, Minister Karl-Josef Laumann, Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek, Michael Schneider (LWL), Pfarrer Jürgen Streuer und Julius Wewel.Foto:

Volles Haus beim Festakt zur Wiedereröffnung von Haus Münsterland: Im großen Bühnensaal nahm (l.) Johannes Wieners, Geschäftsführer der infa-Münster gGmbH, viele gute Wünsche zum integrativen Gastronomiebetrieb entgegen. Es gratulierten (v.l.) MdL Josef Rickfelder, Minister Karl-Josef Laumann, Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek, Michael Schneider (LWL), Pfarrer Jürgen Streuer und Julius Wewel.Foto:
(Bettina Goczol)



Münster-Handorf – „Handorf hat ab heute wieder einen Treffpunkt! Ich bin froh und glücklich, dass Haus Münsterland wieder da ist.“ Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek sprach zur feierlichen Wiedereröffnung des ehemaligen Handorfer Soldatenheimes den rund 150 Gästen aus der Seele. Die meisten Anwesenden, darunter Landesarbeits- und Sozialminister Karl-Josef-Laumann und viele Vertreter von Handorfer und Dorbaumer Vereinen, hatten die Wandlung vom düsteren 60er-Jahre-Stil zu einem einladend-freundlichen Ambiente nicht für möglich gehalten. Die anfängliche Skepsis war am Samstag großer Aufbruchstimmung gewichen. Dafür gab es für die infa-Münster gGmbH, die das Haus nun als integratives Unternehmen betreibt, sehr viel Lob und gute Wünsche.

Infa-Geschäftsführer Johannes Wieners dankte allen Beteiligten und Förderern, die bei der Umsetzung des Projekts mitgewirkt haben. Nur 107 Tage lagen zwischen der Vertragsunterzeichung und der Wiedereröffnung – ein gewaltiger Kraftakt von Handwerkern und einem hohen Anteil an Eigenleistung der infa. „Es war für mich eine besondere Erfahrung, wie engagiert und belastbar meine Mitarbeiter während der Umbauphase mitgezogen haben. Das war Zusammenarbeit pur, das war gelebte Integration.“ Ab August, wenn zwei Auszubildende eingestellt werden, werden „sechs Menschen mit Handikap im professionell aufgestellten Team arbeiten“.

Landesarbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann warb „für eine Kultur von Integrationsunternehmen in der modernen Arbeitswelt“: „Wir brauchen für Menschen mit Behinderung einen sinnstiftenden Arbeitsplatz, von dem sie auch leben können.“ Insgesamt 600 000 Euro Fördermittel des Ministeriums, des Landschaftsverbandes sowie der Stiftungen Wohlfahrtspflege, Aktion Mensch, Bürgerstiftung Münster und AIM Münster fließen über fünf Jahre verteilt in das Integrationsprojekt, das auch der Stadtteilentwicklung dient.

Minister Laumann betonte ebenso wie Michael Schneider vom Integrationsamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe: „Das ist eine Anschubförderung, aber keine Dauerförderung. Die Menschen in Handorf entscheiden, ob das Haus wirtschaftlich Bestand hat.“

„Haus Münsterland ist ein großer Gewinn für alle Handorfer, es ist aber auch eine Verpflichtung, es mit Leben zu füllen“, erklärte der Handorfer Landtagsabgeordnete Josef Rickfelder. Einen besonderen Applaus erhielt Julius Wewel, der Pfarrhelfer in der Militärseelsorge war. Er erzählte spontan aus der Entstehungsgeschichte des Hauses und erklärte: „Meinen 80. Geburtstag feiere ich im Dezember im Haus Münsterland.“ Auch Pfarrer Jürgen Streuer, der das Haus segnete, erklärte: „Wir haben schon einige Termine geblockt.“ Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek äußerte die Hoffnung, dass Haus Münsterland als „Ort und Raum für Begegnung und Kommunikation“ auch zur Integration der Neubürger, von Jung und Alt, von Vereinen und allen gesellschaftlichen Gruppen beiträgt.

Zumindest am Eröffnungstag ging dieser Wunsch schon voll und ganz in Erfüllung. Am Nachmittag nutzten einige hundert Dorbaumer, Handorfer und Radausflügler die Gelegenheit, die gestalteten Räume in Augenschein zu nehmen und die Café-Terrasse bei schönstem Sommerwetter zu genießen.

VON BETTINA GOCZOL, HILTRUP