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Eröffnung nach zwei Jahren Stillstand und 107 Tagen Pause

Quelle: Münstersche Zeitung

Haus Münsterland

HANDORF Obwohl das Zeitfenster mit 107 Tagen sehr eng war, konnte jetzt das komplett renovierte Haus Münsterland mit einer großen Feier und „nach Plan“ wiedereröffnet werden.von Christiane Schräder 

 „Es ist wunderschön geworden“, schwärmte Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek bei ihrer Festansprache. Sie hoffe, dass das ehemalige Soldatenheim an der Immelmannstraße „eine Stätte der Begegnung und Kommunikation für alle Menschen wird.“ Johannes Wieners (Geschäftsführer der neuen Betreibergesellschaft infa-Münster gGmbH), nahm zahlreiche Glückwünsche der vom hellen und freundlichem Ambiente begeisterten Besucher entgegen – erklärte aber auch das neue Konzept des Integrationsunternehmens, in dem „sechs Menschen mit Behinderungen in einem professionell aufgestellten Team einen Arbeitsplatz gefunden haben“.

Fotostrecke Haus Münsterland

Am Samstag, beim Festakt zur Eröffnung des Hauses, gehörte Karl-Josef Laumann daher auch zu den zahlreichen Gratulanten. Der Arbeitsminister erinnerte in seiner Ansprache an die 1970-er Jahre, als es noch völlig üblich war, dass Menschen mit Behinderungen als Pförtner oder in Krankenhaus-Waschküchen arbeiteten. Dazu beigetragen, dass das Haus Münsterland als Integrationsunternehmen wiedereröffnet werden konnte, haben auch Stiftungen und das Integrationsamt des Landschaftsverbandes Westfalen- Lippe (LWL), der die Betreibergesellschaft unter anderem bei der Entwicklung des Konzepts unterstützt hatte.
 
„1,2 Millionen in richtigem Geld“

Zudem sorgen Fördermittel in Höhe von 600 000 Euro – laut Laumann „1,2 Millionen in richtigem Geld“ – für die Anschubfinanzierung in den ersten fünf Jahren. Besonders dankte Wieners dem Handorfer Landtagsabgeordneten Josef Rickfelder, der dafür gesorgt hätte, dass dem mehr als zweijährigen „Dornröschenschlaf“ des Hauses nun ein Ende gemacht werden konnte. „Gratulation zu dieser Heldentat“, zollte Michael Schneider, Abteilungsleiter der Integrationsabteilung des Landschaftsverbands, den Betreibern seinen Respekt. Er kündigte zudem an, dass „die Planungseuphorie“ in Sachen Integrationsunternehmen nicht abnimmt. Bereits Mitte nächsten Jahres soll es die vorgegebenen 1000 Arbeitsplätze für Menschen mit Handicaps in NRW geben. Er erklärte aber auch, wie viel Arbeit in den wirtschaftlich gut durchgeplanten Projekten wie dem Haus Münsterland stecke. Pfarrer Jürgen Streuer gab zu, dass er anfangs skeptisch gewesen sei.

Mittlerweile sei er aber „froh und dankbar, dass dieses Haus erhalten bleibt.“ Er lobte den Mut der Betreiber und überreichte Wieners nach einem Segensgebet für das Haus ein kleines Kreuz für den Eingangsbereich. Damit das Integrationsunternehmen langfristig schwarze Zahlen schreibt, sei es auf viele Buchungen angewiesen, betonte Wieners. Daher forderten auch alle Festredner die Bürger dazu auf, ebenfalls ihre Vereinsfeste und Familienfeiern im Haus Münsterland zu begehen oder bei Radtouren dort einzukehren.