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Birgit Aufderhaar gefeiert

Quelle: Westfälische Nachrichten 

Die beste Mannschaft aus Ladbergen-Overbeck vor den Ehrengästen (vorne von links): Friedhelm Dowidat, Udo Aufderhaar, die erste Heimatschützenkönigin Birgit Aufderhaar, Walter Gravemeier. Fotos:

Die beste Mannschaft aus Ladbergen-Overbeck vor den Ehrengästen (vorne von links): Friedhelm Dowidat, Udo Aufderhaar, die erste Heimatschützenkönigin Birgit Aufderhaar, Walter Gravemeier. Fotos:
(Heinrich Weßling)



Lotte/Tecklenburger Land – Birgit Aufderhaar überstrahlte gestern alles. Auch ein zwischenzeitlicher Regenguss konnte ihre Stimmung nicht trüben. Sie hat gestern den Thron bestiegen und ist als erste Heimatschützenkönigin in der Geschichte des Heimatschützenbundes Tecklenburger Land gekürt worden. Rund 2400 Schützenschwestern und Schützenbrüder brachten ihr auf dem Festplatz in Lotte-Wersen ein dreifach donnerndes „Horrido“ entgegen.

Birgit Aufderhaar gehört zur Mannschaft des Schützenvereins Ladbergen-Overbeck, der, wie berichtet, das beste Team beim Schießen im Rahmen des Heimatschützenfestes stellte. Zusammen mit Walter Gravemeier, Friedhelm Dowidat und ihrem Mann Udo Aufderhaar erzielte sie 198,7 Ringe. Sie selbst war mit 50,4 Ringen beste Schützin der Overbecker und damit erste Heimatschützenkönigin.

„Ich bin einfach nur stolz und glücklich“, strahlte sie nach der feierlichen Proklamation durch Heimatschützenbund-Präsident Friedrich Prigge. „Die Frauen haben eine Bastion der Männer erorbert. Darauf sind wir alle stolz“, bemerkte Prigge, ehe er dem scheidenden Heimatschützenkönig Friedel Richter von den Altschafberger Bürgerschützen aus Westerkappeln die Königskette abnahm und Birgit Aufderhaar umhängte. „Lasst uns diesen Augenblick genießen“, bemerkte Friedrich Prigge.

Die Proklamation war zweifelsohne der Höhepunkt des gestrigen Festaktes beim 37. Heimatschützenfest, das von den Vereinen der Gemeinde Lotte ausgerichtet wurde. „Dafür gebührt den Beteiligten hohes Lob. Sie haben vorzügliche Arbeit geleistet und Wersen auf Hochglanz gebracht“, stellte der Heimatschützenbund-Präsident fest.

Von vier Sammelpunkten machten sich 80 Schützenvereine mit rund 2400 Schützinnen und Schützen auf zum Marsch durch Wersen. Begleitet wurden sie von 14 Blaskapellen und Spielmannszügen. Der Zug wurde angeführt von drei Kutschen mit den Ehrengästen.

Mit Beginn des Festaktes im Sportzentrum setzte ein heftiges Schauer ein, dem allerdings die meisten Schützen trotzten. Präsident Friedrich Prigge begrüßte die vielen Schützen und die Ehrengäste mit dem Europa-Abgeordenten Markus Pieper, NRW-Minister Karl-Josef Laumann und Landrat Thomas Kubendorff an der Spitze. Er dankte dem amtierenden Heimatschützenkönig Friedel Richter für seine Regentschaft.

Wohltuend kurz fielen die Grußworte aus. Lottes Bürgermeister Rainer Lammers freute sich, dass die große Schützenschar nach 28 Jahren wieder in seiner Gemeinde Station machte. „Das ist eine große Ehre für uns“, so Lammers.

„Wir haben eine ganz wichtige Aufgabe, auch in der Zukunft. Wir müssen die Tradition bewahren“, rief NRW-Arbeits- und Sozialminister Karl-Josef Laumann den vielen Schützen im weiten Rund des Sportstadions zu, „Wir achten unsere Heimat und damit den Menschen“. Auch Landrat Thomas Kubendorff lobte die Arbeit, die in den Klubs geleistet wird: „Stehen Sie treu zu den Schützenvereinen“.

Ein Genuss war trotz des zwischenzeitlichen Regens der gemeinsame Auftritt der 14 Kapellen unter dem Dirigat von Uwe Eismann. Herzlich lud Hörstels Bürgermeister Heinz Hüppe die Schützen zum 38. Heimatschützenfest im Jahre 2012 nach Riesenbeck ein. Mit „Preußens Gloria“ klang der Festakt nach 45 Minuten aus.

Die Overbecker feierten natürlich noch lange ihre Heimatschützenkönigin. „Darauf bin auch stolz, dass die beste Mannschaft und die erste Heimatschützenkönigin aus meiner Gemeinde kommen“, freute sich Ladbergens Bürgermeister Udo Decker-König.

Heute Abend endet das Heimatschützenfest mit einem Heimatabend. Krönung wird gegen 22 Uhr der große Zapfenstreich sein, der vom Musikverein Lienen und vom Spielmannszug des SV Dickenberg intoniert wird.

VON DETLEF DOWIDAT, LENGERICH