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Laumann setzt sich im gesamten Wahlkreis deutlich durch

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung

Sonntagmorgen bei der Stimmenabgabe in der Birgter Schule: Karl-Josef Laumann wusste, dass es für seine Partei schwierig wird.

Sonntagmorgen bei der Stimmenabgabe in der Birgter Schule: Karl-Josef Laumann wusste, dass es für seine Partei schwierig wird.
(Foto: Beermann)



Hörstel. Karl-Josef Laumann spielte gestern Abend eine tragische Rolle: Einerseits konnte er seinen Wahlkreis 82 (Steinfurt II) im ersten Anlauf und mit eindeutigem Vorsprung gewinnen. Doch aus Sicht des Landesministers wiegen die landesweiten Verluste der CDU bedeutend mehr: „Ich bin sehr, sehr enttäuscht“, sagte er gestern Abend auf Anfrage, kurz bevor er sich mit Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und dem Parteipräsidium zur Beratung zurückzog.

Weiter sagte der Birgter, die Regierung habe in den vergangenen fünf Jahren eine gute Arbeit geleistet. „Ich habe meine ganz Lebenskraft in diese Aufgabe gesteckt“, so Laumann, der nach Angaben seines politischen Umfelds bis zur Erschöpfung und bis zum letzten Moment gekämpft hatte.

Andererseits verbucht er trotz der Enttäuschung einen persönlichen Erfolg. So entfielen 50,4 Prozent aller Erststimmen auf Laumann, das sind deutlich mehr als die CDU im gesamten Wahlkreis erzielen konnte (42,5 Prozent). „Darauf bin ich pickepacke stolz“, sagte Laumann. Bedeutet es doch auch, dass er mit einem Direktmandat in den neuen Landtag einzieht.

Wenn er seinen Ministerposten abgeben muss, dann bedeute dies auch, dass der Einfluss aus dem Kreis Steinfurt in Düsseldorf geringer werden wird. Als künftiger Arbeitsminister des Landes wurde gestern Abend übrigens Guntram Schneider in Gespräch gebracht – der war vor Jahren im Auftrag der IG Metall mehr als einmal in Riesenbeck, als die Schließung der Firma Niemeyer anstand. Bei den Gesprächen trafen sich auch Laumann und Schneider. Was er persönlich von Schneider halte? „Dazu möchte ich nichts sagen“, sagte Laumann. Das Ergebnis werde die Regierung gemeinsam verantworten: „Wir tragen das zusammen“, sagte Laumann, bevor er in die Präsidiumssitzung ging.

Die Anteil der Erststimmen für Elisabeth Veldhues aus Rheine lag um gut zwei Prozent über dem Anteil an Zweitstimmen der SPD im Wahlkreis. 34,4 Prozent der Erststimmen, damit war Veldhues sehr zufrieden. „Ich freue mich riesig über das NRW-Ergebnis, aber auch über mein eigenes Ergebnis“, sagte sie gestern im Steinfurter Kreishaus. Es sei von vornherein klar gewesen, dass Laumann als beliebter und bekannter Minister ein schwieriger Gegenspieler sein würde.

 

Elisabeth Veldhues gestern Abend im Rheiner Rathaus: Sie hofft auf den Einzug in den Landtag über die Landesliste.

Elisabeth Veldhues gestern Abend im Rheiner Rathaus: Sie hofft auf den Einzug in den Landtag über die Landesliste.
(Foto: Jens Kampferbeck)



Ob Veldhues über die Landesliste in den Landtag einziehen wird, stand gestern Abend noch nicht fest. „Ich bin sehr skeptisch“, sagte sie, und fügte gleich hinzu: „Das gehen wir ganz relaxt an.“ Vor fünf Jahren hat es gereicht. „Ich würde nicht ohne Aufgaben dastehen. Ich werde auf jeden Fall die Kontakte weiter nutzen, die ich in den vergangenen Jahren knüpfen konnte. Die werden mit mir rechnen müssen“, fügt sie kämpferisch hinzu. Rot-Grün, das sei eine Traumkonstellation. Wenn es nicht reiche, dann müsse man die Ergebnisse mit weiteren Parteien abgleichen. „Neue Runden, neue Kunden“, fasste sie zuammen. Dabei befürworte sie auch Gespräche mit der FDP.

VON STEPHAN BEERMANN, IBBENBÜREN