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Kundgebung gegen das Finanzgebaren in der Welt

Quelle: Münstersche Zeitung

RHEINE „Wir gehen vor! Gute Arbeit, gerechter Sozialstaat, starker Sozialstaat“ – so lautete das Motto der Mai-Kundgebung des DGB-Ortsverbandes Rheine. Dabei ging es diesmal auch um die Ursachen der Weltwirtschaftskrise – und um ein gerechtes Zusammenleben in einer solidarischen Gesellschaft.
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Die Mesumer Band „Wake Up“ lockerte die Mai-Kundgebung, wie auch im Vorjahr, mit ihrer Musik auf.

Foto: Dennis Stein

Gesondert ging Rolf Hannemann, Organisationssekretär des DGB Region Münster, am Tag der Arbeit auf die Weltwirtschaftskrise ein: „Die Hauptverursacher machen munter weiter und ziehen schon wieder Gewinne aus ihrem Treiben. Es ist höchste Zeit, sich verstärkt einzumischen!“, so sein Appell.

Anschließend betonte er die Wichtigkeit eines jeden Betriebsrates: „Gute Arbeit und gerechte Löhne fallen nicht vom Himmel. Aber: Gute Arbeit kannst du wählen!“, sagte Hannemann mit fester Stimme.

Die Kluft zwischen Arm und Reich

Rheines stellvertretender Bürgermeister Karl-Heinz Brauer lag besonders die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich am Herzen. Mitverantwortlich dafür sei unter anderem der starke Anstieg des Niedriglohnsektors in den letzten Jahren. „Immer wird es Entlastungen der oberen Einkommensklassen geben“, so Brauer. Dies stelle eine Lücke in der Gerechtigkeit dar.

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Norbert Müller hielt die Festansprache.

Foto: Dennis Stein

Auch der aus Oberhausen angereiste stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) NRW, Norbert Müller, griff dieses Thema auf. „Inzwischen arbeiten 6,5 Millionen Menschen im Niedriglohnbereich, das sind 22 Prozent aller Beschäftigten“, so seine Bilanz.

Integration statt Selektion

Zudem forderte er Veränderungen im deutschen Bildungssektor, da das gegliederte Schulsystem internationalen Vergleichen nicht standhalten könne. „So ist die Chance von Akademikerkindern, ein Gymnasium zu besuchen, 4,5 mal höher als die von Arbeiterkindern mit gleicher Intelligenz“, bilanzierte Müller und forderte statt zur Selektion zur Integration auf.

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Rolf Hannemann eröffnete die Veranstaltung.

Foto: Dennis Stein

Im Anschluss holte Sascha Pletenecky, IG-Metall-Jugendsekretär Rheine, mit seinem Schlusswort die Sonne in die Stadthalle. Der strahlende junge Mann sprach sich besonders für eine „geregelte Einstellung nach einer guten Ausbildung“ aus.

„Draußen gibt es Bratwürste“

„Lasst nicht zu, dass Jung gegen Alt ausgespielt werden“, forderte Pletenecky zudem im Hinblick auf den demografischen Wandel und die schlechte Lage des Arbeitsmarktes. Im Gegensatz zu seinen Vorredner fasste er sich jedoch etwas kürzer. „Ich habe gesehen, dass es draußen Bratwürste gibt, darum möchte ich so langsam zum Ende kommen“, sagte der IG-Metall Jugendsekretär abschließend mit einem Schmunzeln

PERSONAL

  • Rolf Hannemann, Organisationssekretär des DGB Region Münster, eröffnete die Veranstaltung in der Stadthalle und freute sich besonders Vertreter von Kommunal-, Landes- sowie Bundespolitik, darunter NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (SPD) und der stellvertretende Landrat Jürgen Coße (SPD), begrüßen zu dürfen.
  • Musikalisch aufgelockert wurde die Veranstaltung zwischendurch von der Mesumer Rockband „Wake Up“, die unter anderem auch mit politischen Texten glänzte und so einen tollen Rahmen bot.