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Stiftung eröffnet, Hospital baut

Quelle: Westfälische Nachrichten

Ulrich Scheer (2.v.r.) erläuterte  Minister Laumann, CDU-Landtagskandidatin Christina Schulze Föcking und  der Landtagsabgeordneten Hannelore Brüning das neue Blockheizkraftwerk.

Ulrich Scheer (2.v.r.) erläuterte Minister Laumann, CDU-Landtagskandidatin Christina Schulze Föcking und der Landtagsabgeordneten Hannelore Brüning das neue Blockheizkraftwerk.



Borghorst – Das Haus der Heinrich-Neuy-Stiftung am Kirchplatz steht kurz vor der Eröffnung. „Wir werden Ende Juni fertig sein“, versprach Jürgen Holtz Landesarbeitsminister Karl-Josef Laumann, der sich mit dem Gegenversprechen revanchierte, dann auch vorbeizukommen und für etwas Umsatz zu sorgen. „Essen und trinken macht man ja gerne.“ Laumann war auf seiner Wahlkampftour gestern gleich zweimal in Borghorst. Nach der morgendlichen Visite am Kirchplatz 5 schaute er am Nachmittag im Marienhospital vorbei, um sich über den Verbleib der Gelder aus dem Konjunkturprogramm II zu informieren.

Bei der Heinrich-Neuy-Stiftung war es weniger der Fortschritt bei der schwierigen und langwierigen Renovierung, der den Minister interessierte. Laumann lobte den Einsatz der Stiftung für die Behinderten. Hinter den historischen Mauern des alten Stiftshauses finden nämlich drei gehandicapte Männer eine Arbeit. Zwei in der Küche der Gastronomie, einer im Museumsshop. Gefördert wird die Maßnahme durch Laumanns Ministerium, das 25 000 Euro aus dem Programm „Integration unternehmen“ beisteuert. Auch der Landschaftsverband bezuschusst die Maßnahme. Damit ist die Stiftung ein „Integrationsbetrieb“, wie ein Schild in Landesfarben ausweist, das der Minister Jürgen Holtz überreichte.

Bevor der Riesenbecker von Gastwirt Rainer Rethmann helles und dunkles Bier einer Beckumer Privatbrauerei überreicht bekam (“dat Schwatte bring´ ich Jürgen Rüttgers mit“), erhob er warnend den Zeigefinger: „Die Sache hier muss sich wirtschaftlich tragen.“

Matthias Münning als Sozialdezernent des Landschaftsverbandes betonte die Einzigartigkeit des Projektes. Den Einsatz von Behinderten in derartigen Kultur-Betrieben habe es bislang im Rahmen des Landesprogramms noch nicht gegeben.

„Heizkosten sparen, die Umwelt schonen, die heimische Wirtschaft unterstützen – was will man eigentlich mehr?“, fragte Minister Laumann bei seinem Besuch im Marienhospital. Dort bedankte sich CKT-Geschäftsführer Ulrich Scheer für einen Scheck in Höhe von rund einer Million Euro. Das Geld, das aus dem Konjunkturpaket II stammt, hat die Krankenhausgesellschaft für die Modernisierung der Heizungsanlagen in Borghorst, Emsdetten und Greven verwandt. Die CKT selbst steuerte noch mal eine halbe Million Euro bei.

So wurde im Marienhospital ein Blockheizkraftwerk installiert, dessen Gasmotor Strom und Wärme produziert. „Ohne das Geld aus Düsseldorf hätten wird diese Investitionen definitiv nicht machen können“, betonte Scheer gegenüber dem Minister. Der hörte so ein Lob in diesen Wahlkampfzeiten natürlich gerne und verwies darauf, dass die Landesregierung durch die Umstellung von der Förderung einzelner Baumaßnahmen auf eine jährlich ausgezahlte Pauschale den Krankenhäusern mehr Eigenverantwortung gegeben habe.

Schon 2011, kündigte Ulrich Scheer an, soll am Marienhospital wieder kräftig gebaut werden. Die alten Bettentrakte sollen abgerissen und durch neue ersetzt werden. 6,5 Millionen Euro wird die Maßnahme kosten. Insbesondere die sanitären Anlagen sind nicht mehr zeitgemäß.

VON AXEL ROLL, STEINFURT