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Ein Franke trifft auf Kohle

Quelle: Münstersche Zeitung

IBBENBÜREN Wie wichtig die NRW-Landtagswahl für die CDU am 9. Mai ist, unterstreicht der Wahlkampfauftritt von Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) am Donnerstag in Ibbenbüren.

Der Verteidigungsminister bei seiner Rede.

Foto: Lehmkuhl

Nur mit wenig Verspätung traf die große Hoffnung der Schwesterpartei auf dem hoch gesicherten Ibbenbürener Neumarkt ein. Karl-Theodor zu Guttenberg nahm zum Schrecken der Sicherheitsleute ein Bad in der Menge, bevor er mit den Landtagskandidaten zum Rednerpult spazierte.

Respekt

„Wenn Karl-Josef in den Fraktionssitzungen seine Hand gehoben hatte, so weit konnte die Kanzlerin ihre Augen gar nicht in den Himmel rollen, wie diese Wortmeldung letztlich schon vorausgesagt hat, was da kommen mag“, begründete der 39-jährige Oberfranke, weshalb er die Einladung des NRW-Arbeitsministers zu dieser Wahlkampfveranstaltung nicht ausschlagen konnte.

„Dieser Karl-Josef Laumann hat seine Heimat damals als Bundestagsmitglied in der Hauptstadt so vertreten, dass man das Gefühl hatte, Berlin sei ein kümmerlicher Vorort von Ibbenbüren“, machte zu Guttenberg Werbung für den Riesenbecker.

In der Politik müsse die Phasendrescherei ein Ende nehmen. „Umso wichtiger ist es, Personen in Westfalen zu sehen, die auch mal bereit sind über Dinge zu sprechen, die vielleicht nicht sofort Jubel auslösen, sondern das sagen, was man die unbequeme Wahrheit nennt“, so zu Guttenberg. Manche fragten sich, weshalb er eingeladen worden sei. „Ob ich als Fleisch gewordene Altlast hier stehe“, sprach Karl-Theodor zu Guttenberg seine Zeit als Bundeswirtschaftsminister an. In dieser Zeit hätten Ministerpräsident Jürgen Rüttgers und Karl-Josef Laumann mit ihm darüber diskutiert, was Steinkohle und Bergbau für diese Region bedeutet. „Damit bin als Oberfranke nicht zwingend groß geworden, habe aber dann verstanden, dass jemand seine Heimat verteidigt“.

Afghanistan

„Solidarität heißt denjenigen zu helfen, die sich selbst nicht helfen können. Solidarität heißt aber nicht, denen zu helfen, die sich selbst helfen können, aber nicht wollen“, sprach der zweifache Familienvater die Diskussion um Hartz IV an. Zehn Minuten seiner gut halbstündigen Rede ging zu Guttenberg schließlich auch noch auf Afghanistan ein und brach dabei eine Lanze für die dort kämpfenden Bunderwehrsoldaten.

Nach der Rede schmeckte dem Minister das Bier.

Foto: Lehmkuhl