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Laumann will Lohndumping eindämmen

Quelle: Westfälische Nachrichten

Karl-Josef Laumann.

Karl-Josef Laumann.



Greven/Berlin – Der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann will Arbeitnehmer besser vor Dumpinglöhnen und Tarifflucht schützen. „Wenn Firmen das Instrument der Zeitarbeit missbrauchen, um bestehende Tarifverträge zu unterlaufen, können wir das nicht akzeptieren“, sagte der CDU-Politiker am Rande eines Treffens in Greven.

Konkret geht es um die Praxis, dass Unternehmen selbst konzerneigene Firmen gründen, in denen sie Leiharbeiter beschäftigen, die früher zur Stammbelegschaft gehörten und die früher Tarifgehälter erhielten. Sollten sich die Tarifpartner nicht darauf verständigen können, dieses Instrument einzudämmen, will Laumann spätestens bis zum Sommer ein gesetzliches Verbot durchsetzen. „Dann werden wir diesen Missbrauch der Leiharbeit zu Lasten der Arbeitnehmer gesetzlich unterbinden. Dafür werde ich mich einsetzen.“

Ausgelöst wurde die Debatte durch das Unternehmen Schlecker. Die Drogeriekette hatte Leiharbeiter zu Dumpinglöhnen beschäftigt, die vorher fest angestellt waren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Bundesarbeitsminister Ursula von der Leyen (CDU) hatten auf dem CDU-Landesparteitag Mitte März in Münster daraufhin angekündigt, diese Unterhöhlung der Tariflöhne gesetzlich zu verbieten. Geschehen ist bisher aber nichts.

Doch nicht nur in Groß-Konzernen scheint dieser umstrittenen Einsatz der Leiharbeit bereits vielerorts praktiziert zu werden. Auch im Bereich Pflege und Gesundheit werden tausende Beschäftigte als Leiharbeiter beschäftigt. Allein die SPD-nahe Arbeiterwohlfahrt (AWO) unterhält im Bezirk Westliches Westfalen vier eigene Zeitarbeitsfirmen.

„Es ist besonders unappetitlich, wenn es im Bereich der Wohlfahrtsverbände solche Zustände gibt. Wenn man potenzielle Pflegefachkräfte abschrecken will, dann muss man ihnen Dumpinglöhne zahlen“, schimpft Laumann. Er forderte die SPD-Spitzenkandidatin Hannelore Kraft auf, sich für eine Beendigung dieser Praxis bei der AWO einzusetzen. „Es sind Sozialdemokraten, die in den Vorständen Verantwortung für diese Praxis tragen. Frau Kraft soll in ihrem eigenen Laden endlich aufräumen.“

VON FRANK POLKE, MÜNSTER