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Ein Haus für Sternen-Kinder: Bischof eröffnet Palliativzentrum

 

Quelle: Wesfälische Nachrichten

Cheyenne, Alessandro und Asyn (v.l.) haben auf ihren  Sternen gute Wünsche für die kleinen Patienten mitgebracht, die im neuen  Palliativzentrum behandelt werden.Foto:

Cheyenne, Alessandro und Asyn (v.l.) haben auf ihren Sternen gute Wünsche für die kleinen Patienten mitgebracht, die im neuen Palliativzentrum behandelt werden.Foto:
(Jürgen Peperhowe)



Datteln – Die kleine Szene ist bezeichnend. Asyn, Cheyenne und Alessandro albern auf der Pritsche im Behandlungsraum rum, da wendet sich ein Kameramann ab und sagt: „Das Motiv brauch´ ich nicht, die sind mir viel zu fröhlich.“ Gelegenheit für Kinderkrankenschwester Anne Pferdekämper, erstmal etwas klarzustellen. Dass ein Kinderpalliativzentrum durchaus und gerade ein Ort der Freude und des Lachens sei. „Denn Kranksein und Sterben gehört zum Leben wie alles andere.“

Dass viele Menschen das ähnlich sehen, zeigte am Mittwoch die Eröffnung des bundesweit einzigartigen Zentrums in Datteln. Münsters Bischof Felix Genn war neben zahlreichen Besuchern ebenso gekommen wie NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann. Schul- und Kindergartenkinder überbrachten ihre Wünsche auf gebastelten Sternen: „Mut, um gegen die Krankheit zu kämpfen. Kraft, um die Behandlung durchzustehen. Zeit, um wieder gesund zu werden. Stärke, sich selbst nicht aufzugeben. Hoffnung auf eine gute Heilung.“

Vier Millionen Euro hat der Bau gekostet, in dem unheilbar kranke Patienten von „null bis 18 in Krisensituationen behandelt werden“, wie Sprecherin Hannah Iserloh erklärt. Wenn Medikamente schlecht ansprechen, Symptome derart schlimmer werden, dass in herkömmlichen Krankenhäusern eine ganze Reihe von Ärzten gefragt wäre. „In solchen Fällen kennen sich un­sere Palliativmediziner besser aus.“ Acht Patientenzimmer hat das Haus, das der Vestischen Kinder- und Jugendklinik angegliedert ist. Räume mit großen Fenstern, bunten Vorhängen, farbenfroher Bettwäsche, hellem Holz. Durchschnittlich drei Wochen sollen Kinder bleiben und dann wieder heimgehen. „Da ist es am schönsten“, sagt Iserloh.

Im Obergeschoss sind die Elternzimmer, denn: der Umgang mit schweren Krankheiten ist für ganze Familien schwer. Daher werden Väter, Mütter, Brüder und Schwestern gleichsam betreut. Die Mittel kamen von einer ganzen Reihe größerer Förderer, aber nicht nur. „Die Menschen in der Umgebung haben viel Anteil genommen, manche gaben ein paar Euro an der Pforte ab, manche riesige Summen“, erzählt die Sprecherin. Patin Inka Bause für ihren Teil sieht sich nicht wie irgendeinen Promi, der Spenden sam­melt. „Bei diesem Projekt hier hab ich mich oft gefragt: Wer gibt eigentlich wem mehr?“, so die Fernsehmoderatorin. Die ersten Kinder kommen im Mai.

VON JULIA GOTTSCHICK, MÜNSTER