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CDA-Bundesvorstand fordert europaweiten Sonntagsschutz

Quelle: www.cda-bund.de

Auf der jüngsten  Tagung des CDA-Bundesvorstands  in Pulheim  sprachen sich die Mitglieder einstimmig für einen europaweiten Sonntagsschutz aus. Laumann  unterstrich: „Wir verlieren einen großen Schatz, wenn es zu einer weiteren Deregulierung der Arbeitszeit und zu einem Streichen des freien Sonntags käme.“ Der Präsident der EUCDA Elmar Brok ergänzte: „Wir brauchen einen Raum zur Besinnung, einen Zufluchtsort zur geistigen Erholung und Erneuerung. Als Christen und verantwortungsbewusst handelnde Menschen müssen wir dafür Sorge tragen, dass der Sonntag den ihm gebührenden Schutz erfährt.“

In Europa gehört in 12 Staaten der Sonntag zur normalen Arbeitszeit. Die restlichen 15 Staaten haben den Sonntag zwar unter Schutz gestellt, lassen aber unterschiedliche Ausnahmen zu. Erste Versuche, den Sonntagsschutz EU-weit zu verankern, scheiterten. So wurde 1996 der Sonntagsschutz aus der ersten Arbeitszeitverordnung der EU herausgestrichen. Es gebe dafür keine ausreichenden Gründe im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheit, so die entsprechende Urteilsbegründung des EuGH. Religiöse und ethische Gründe seien keine ausreichende Begründung für einen solchen Schritt. Eine weitere Initiative im Jahr 2009 war nur von 261 der 736 EU-Parlamentarier unterstützt worden. Jetzt gibt es gleichzeitig mehrere Initiativen die sich des Themas angenommen haben. So veranstaltete das CDA-Mitglied und Europaparlamentarier Thomas Mann unterstützt von 72 Organisationen – bestehend aus Kirchen, Verbänden der Zivilgesellschaft und der Gewerkschaften –  eine große Konferenz mit 400 Teilnehmern. Mann will jetzt eine Europäische Allianz für den freien Sonntag gründen. Daneben setzt sich der CSU-Abgeordnete Martin Kasteler für ein erstes europäisches Bürgerbegehren zum Sonntagsschutz ein. Der Vertrag von Lissabon sieht erstmals die Möglichkeit von Bürgerbegehren vor. Jedoch sind die genauen Ausführungsbestimmungen noch unklar. Es wird diskutiert, dass man binnen eines Jahres 1 Millionen Stimmen aus mindestens 9 Staaten sammeln muss. Dabei müssen die Stimmen in den einzelnen Länder bestimmte Quoten nach der Zahl der EU-Parlamentarier erfüllen. So müssen in Deutschland mindestens 72.000 Stimmen, in Estland oder Zypern 4.500 Stimmen gesammelt werden.

Auch der CDA-Bundesvorstand unterstützt die Forderung nach einem verankerten Sonntagsschutz, fordert jedoch die einzelnen Akteure auf, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Neben religiösen und ethischen Gründen für einen Sonntagsschutz weisen wissenschaftliche Studien nach, dass Sonntagsarbeit Nachteile für die Gesundheit hat und die sozialen Kontakte schädigt. Deshalb müsse die EU den Sonntagsschutz in die Arbeitszeit-Verordnung aufnehmen. Neben Tradition und christlichen Wert hob der CDA-Bundesvorsitzende auch die Bedeutung des Sonntags für die Familie hervor. Familien benötigten neben finanzieller und institutioneller Unterstützung auch und vor allem planbare gemeinsame Freizeit. Laumann machte klar, dass man an Sonntagen das menschliche Leben nicht einstellen könne und es von daher auch Menschen gebe, die sonntags arbeiten. Das gehöre aber zu einer Sonntagskultur dazu, die sich bei uns geschichtlich entwickelt habe. Er warnte davor, das Wochenende voll unter die Ökonomisierung zu stellen. „Sonntagsschutz ist nichts altmodisches.“, urteilte der CDA-Bundesvorsitzende Laumann.