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Roland Koch heizt Laumanns Wahlkampf ein

 

Quelle: Grevener Zeitung

SAERBECK / KREIS STEINFURT Zur heißen Phase des Landtagswahlkampfes holen sich die heimischen Kandidaten Polit-Prominenz zur Unterstützung in den Kreis. CDU-Kandidat Karl-Josef Laumann, als NRW-Minister ohnehin schon bekannt, bekam am Donnerstagabend Rückendeckung durch Roland Koch.

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Rot mag Roland Koch nur bei Krawatten.

Trotz einer halbstündigen Verspätung wurde der hessische Ministerpräsident in der Gaststätte Ruhmöller mit stehendem Applaus empfangen.

Bei seiner Rede griff er auch gleich tief in die Argumentationskiste. Die CDU als Volkspartei zeichne sich durch Spannung, Sympathie und Kampfbereitschaft aus. Sie verfüge weiterhin über Authentizität und die Fähigkeit, Kompromisse zu schließen. „Seit über 50 Jahren steht die CDU für kluge Köpfe und Problemlösungen. Mit Karl-Josef Laumann haben Sie ein Pfund im Land, dass sie pflegen sollten, jeden Tag“, empfahl der Hesse.

Fleiß und Basisnähe

Laumann zeichne sich durch Fleiß und Basisnähe aus in der heißen Phase des Wahlkampfes. „Er ist nicht nur wichtig für dieses Bundesland, sondern für die gesamte Republik. Wir als hessische Nachbarn sind froh über diese Regierung“, verkündete Koch.

Mit einem Hauch Selbstkritik griff der stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU die Stimmungslage in der Bevölkerung auf. „Die derzeitige Regierung war innerhalb der ersten sechs Monate nicht erfolgreich. Sie brauchen Zeit, sich wieder anzunähern und Vertrauen aufzubauen“, bat Koch um Geduld.

Kompetenzen aufzeigen Er lobte den wirtschaftlichen Erfolg, die Wirtschaftsförderung in NRW. Abgesehen von schwarz-gelb würde jede andere Regierung dieses Wachstum bremsen. Die CDU stehe für Arbeitsplätze und gute Sozialsysteme.

In der Energiepolitik arbeite sie zukunftsorientiert. Stromkosten sollten nicht zu einer sozialen Frage werden, versuchte der Hesse eine Lanze für die vermeintlich günstige Atomenergie zu brechen. „Wir müssen heute planen für morgen und Geld in moderne Kernkraftwerke und die Forschung stecken“, forderte er.

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„Expertengespräch“ unter erprobten Wahlkämpfern: Roland Koch (l.) und Karl-Josef Laumann.

Foto Bergmann

Warnung vor Linksbündnis

Natürlich konnte der hessische Ministerpräsident seine Rede nicht beenden, ohne vor einem denkbaren Linksbündnis in NRW zu warnen. Vor 20 Jahren sei die PDS von der SPD als Partei salonfähig gemacht worden. Im eigenen Land habe er schon gegen rot-rot gekämpft, und auch in NRW sei die diese Konstellation nicht undenkbar. Die SPD sei „bekannt für ihren Wortbruch“, fuhr der Hesse schweres Kaliber auf.

Karl-Josef Laumann strich die Verdienste der CDU in NRW heraus. „Ohne Geld gute Politik machen können nur wir, mit Geld kann es jeder“, brachte der gebürtige Riesenbecker es auf den Punkt.

Die CDU habe Ruhe in die Schullandschaft gebracht, den Straßenbau forciert, Betreuungsplätze für unter Dreijährige geschaffen und 8000 Lehrer eingestellt. „Wir haben soziale Sicherheit, Freiheit und Wohlstand. Wir hatten 60 Jahre eine gute Geschichte. Rot-Rot-Grün wendet sich gegen die bürgerliche Regierung. Wir bekämen ein anderes Verhältnis von Kirche und Staat“, warnte Laumann.