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Zeitsprünge

 

Quelle: Münstersche Zeitung

RHEINE Nach dem Verklingen des Frühlingsliedes des Schubert-Chores ging das sanfte Ticken der vielen historischen Uhren fast unter in den Jubelworten der Redner zur Eröffnung der Ausstellung „Zeit ist Geld“ im Textilmuseum.
0411RT-ZEIT AUSSTELLUNG LAUMANN
Auf ihrem Rundgang durch die Ausstellung (v.l.): Marianne Helmes, Dr. Andreas Oehlke und Karl-Josef Laumann.

Foto: Elvira Meisel Kemper

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und des Uhrenmuseums im schwäbischen Schwenningen.

Ein Foto von Arbeitern an der Stechuhr in Lebensgröße holt die eigene Geschichte für viele Besucher in die Gegenwart zurück. Irmgard Ketteler ist eine von ihnen, die an einem Fernschreiber mit Lochstreifen zur Einzelhandelskauffrau in der Firma Stroetmann in Emsdetten ausgebildet wurde. Sichtlich berührt steht sie vor einem solchen Gerät und erklärt ganz spontan die Funktionsweise.

 

 

 

0411RT-ZEIT AUSSTELLUNG GLOCKE
Andere Zeiten: Mit dieser Glocke wurden die Arbeiter an der Saline Gottesgabe ab 1850 zur Arbeit gerufen.

Saalschreiberin

„Kannst du dich noch an die Saalschreiberin erinnern?“, ruft ein anderer Besucher seinen Bekannten zu weiteren Fotos. Die Schreiberin hielt genau fest, was an Arbeit im Saal wirklich geleistet wurde. Auch dieser Besucher ist seiner eigenen Geschichte wieder begegnet. Marianne Helmes, stellv. Bürgermeisterin, und NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann maßen in ihren einführenden Worten das Ticken der Uhren heute mit denen von damals.

Dr. Andreas Oehlke als leitende, ehrenamtliche Fachkraft vermittelte in seinem Rundgang die Begeisterung, die man für das Verständnis der Zeitmesser aus zwei Jahrhunderten braucht. Auch Laumann und Oehlke kennen die Stechuhr aus dem erlernten Metallberuf noch aus der eigenen Geschichte. Der „Arbeitszeitregistrierapparat“, wie die Stechuhr anfangs hieß, wurde übrigens 1879 von Richard Bürk in Schwenningen erfunden.

  • Bis 9. Mai, di-fr 15-18 Uhr, sa/so 11-18 Uhr, Humboldtplatz 4.