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An die Spaten

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Münster – Später, im Kreise der Feiernden, würde Jürgen Rüttgers ihn einen Menschen nennen, der brenne fürs Handwerk. Einen, dem die Ausbildung junger Menschen derart am Herzen liege, dass er an Schulen regelmäßig Jungen und Mädchen für seine Sache begeistere. Etwa, indem er erzähle, dass Bäcker heute rund 1200 Brotsorten büken. „Oder dass mehr als 30 Prozent aller Deutschen noch glauben, dass Schornsteinfeger Glück bringen“, so der NRW-Ministerpräsident. Suche man Informationen wie diese, finde man die ganz sicher bei einem Mann: Hans Rath.

Doch zurück im Tagesablauf: Oblag es dem Präsidenten der münsterschen Handwerkskammer gestern Vormittag nicht allein, in deren Bildungszentrum Glückwünsche zum 70. Geburtstag entgegenzunehmen. Griff der Jubilar doch zunächst direkt gegenüber auf der Hofanlage Haus Kump nach dem Spaten. Dort nämlich will die Kammer zwei neue Zentren errichten, zur Freude von Hans Rath dienen sie Weiterbildung und Beratung: das sogenannte Gestaltungs- und Medientransferzentrum sowie ein Fachwerk-Kompetenzzentrum.

Zehn Millionen Euro wird der Umbau kosten, an dem der Bund zur Hälfte und das Land mit 15 Prozent beteiligt sind. „Der Speicher etwa steht unter Denkmalschutz, er wird saniert und erhält ein neues Nutzungskonzept“ erklärte Architekt Klaus Grahl die Pläne. Ferner werde das ehemalige Wohn- und Stallgebäude in die Nutzung mit einbezogen, „der Pferdestall soll Cafeteria und Versorgungseinrichtung beherbergen“, so Grahl. Anhand der Wagen-Remise hingegen könne der Umgang mit Fachwerkkonstruktionen erprobt werden.

Und genau das ist ein wichtiger Schwerpunkt der neuen Zentren: „Kenntnisse über Sanierung und Instandsetzung von Fachwerkhäusern nach mo­dernen Gesichtspunkten zu vermitteln“, wie die Kammer beschreibt. Drüber hinaus sollen moderne Fachwerk- und Holzkonstruktionen entwickelt werden. Damit ergänze die neue Bildungseinrichtung das seit 2004 bestehende Demonstrationszentrum Bau und Energie.

Packten die Spaten und ließen ganze Erdbatzen fliegen: Karl-Josef Laumann, Karin Reismann, Jürgen Rüttgers, Hans Rath, Christa Thoben, Regierungspräsident Peter Paziorek und Hermann Eiling, HWK-Hauptgeschäftsführer (v.l.).Foto:

Packten die Spaten und ließen ganze Erdbatzen fliegen: Karl-Josef Laumann, Karin Reismann, Jürgen Rüttgers, Hans Rath, Christa Thoben, Regierungspräsident Peter Paziorek und Hermann Eiling, HWK-Hauptgeschäftsführer (v.l.).Foto:
(J. Peperhowe)



Zum Spatenstich waren ne­ben Rüttgers und Rath auch NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben erschienen sowie Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, der be­reits im August 2009 einen Landes-Förderbescheid über zwei Millionen Euro im Gepäck hatte. Ulrich Schönleiter vom Bundeswirtschaftsministerium ließ sich ebenso wenig wie Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann und Stadtdirektor Hartwig Schultheiß davon abhalten, trotz leichten Frühlingsregens auf die beiden neuen Zentren anzustoßen. Eine Stätte, die die Zukunft künftiger Handwerkergenerationen mit ihrer Vergangenheit verbindet: Ist Haus Kump doch eine historische Hofanlage, deren Speicher aus dem Jahre 1594 stammt.