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Numerus Clausus für Medizin wackelt

 

Quelle: Westfälische Nachrichten

Münster – Der Numerus Clausus für Medizin wackelt. Politiker und Ärztevertreter haben gestern den Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler begrüßt, den Zugang zum Medizinstudium zu erleichtern. Ziel ist es, den Arztberuf attraktiver zu machen und so die drohende Versorgungslücke in ländlichen Regionen zu schließen.
Rösler brachte auch eine „Landarztquote“ für Medizinstudenten ins Gespräch, die nach ihrem Abschluss freiwillig aufs Land ziehen. Hochrechnungen der Ärztekammer zeigen, dass in den nächsten fünf Jahren rund 28 000 niedergelassene Ärzte in den Ruhestand gehen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn (Ahaus) schlug vor, 20 bis 30 Prozent der Studienplätze für Bewerber zu reservieren, die bereit sind, sich in einem unterversorgten Gebiet niederzulassen. „Auch Menschen mit einer Zwei oder Frei im Abitur können gute Ärzte werden“, sagte Spahn.

Auch NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zeigt sich grundsätzlich gesprächsbereit. Bevor man den NC abschaffe, müsse man allerdings bedenken, dass das Medizinstudium weiterhin die höchsten Anmeldezahlen habe, sagte der CDU-Politiker unserer Zeitung. „Wir brauchen also andere Steuerungsinstrumente. Denn es ist schon richtig, dass ein guter Notenschnitt später nicht auch einen guten Arzt ausmacht.“ Laumann forderte die Universität Münster auf, mehr für den Bereich Allgemeinmedizin zu unternehmen. „Die Uni steht in der Pflicht, mehr Ärzte hervorzubringen.“

Die Ärztekammer Westfalen-Lippe sieht den möglichen Fall des NC nur als eine von mehreren Stellschrauben. „Der Ärztemangel wird nicht dadurch behoben, dass mehr Menschen studieren“, sagte Kammersprecher Volker Heiliger. Ebenso wichtig sei es beispielsweise, die Arbeitsbedingungen an Krankenhäusern attraktiver zu machen.

Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat bereits bekundet, dass NRW mehr Studienplätze für Medizin schaffen werde. Bis 2011 sollen zusätzlich 100 neue Plätze angeboten werden – einem Plus von fünf Prozent. Als aussichtsreichster Standort gilt die Uni Bielefeld.