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Politik schlägt Fußball in Hörstel

 

Quelle: Ibbenbürener Volkszeitung

Mitgliederversammlung der CDU Hörstel
Eine Flasche echten Hörsteler Korn erhielt Karl-Josef Laumann (r.) von Ludger Büchter als Dank für seine Ausführungen bei der Mitgliederversammlung.

Eine Flasche echten Hörsteler Korn erhielt Karl-Josef Laumann (r.) von Ludger Büchter als Dank für seine Ausführungen bei der Mitgliederversammlung.



Hörstel. Bei der Terminplanung für die Mitgliederversammlung der CDU Hörstel hatte man noch nicht an das Champions-League-Viertelfinale mit Bayern München gedacht. Dennoch konnte der Ortsvorsitzende Ludger Büchter am Dienstag zahlreiche Mitglieder und interessierte Bürger im Heideschlösschen begrüßen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Nach seinem Bericht und der Wahl Werner Zierkes zum stellvertretenden Seniorenbeauftragten der CDU folgte der Tagesordnungspunkt, für den, so der stellvertretende Vorsitzende Franz-Josef Egelkamp, es sich durchaus mal lohne, auf ein Fußballspiel zu verzichten: Der Vortrag des Landesministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales, Karl-Josef Laumann.

Dieser stand unter der Überschrift: „2010 – erfolgreich weiterarbeiten! Für unser Land Nordrhein-Westfalen in der Arbeits-, Gesundheits- und Sozialpolitik“. Laumann berichtete von seiner Arbeit in Düsseldorf und nahm Stellung zu aktuellen Fragen.

Einleitend stellte der Minister die Bedeutung der Wirtschaftskrise für die Menschen in Nordrhein-Westfalen heraus. Bei allen Problemen, die diese Krise gerade im produzierenden Gewerbe mitbringe, sei er stolz darauf, wie die Wirtschaft damit umgehe. So habe die Anpassung der Kurzarbeitsgeldregelung dazu geführt, dass viele Unternehmen auf Entlassungen verzichteten: „Ohne die Anpassung des Kurzarbeitergeldes hätten wir deutlich mehr Arbeitslose“, so Laumann. Durch den von Angela Merkel ausgesprochenen staatlichen Schutz sämtlicher Einlagen der Bundesbürger sei zudem die notwendige Sicherheit geschaffen worden und nicht zuletzt habe auch das Land über die eigene Förderbank mit öffentlichen Krediten geholfen, wenn Sparkassen und Volksbanken nicht mehr konnten.

Laumann machte in diesem Zusammenhang auch klar, wo er den großen Vorteil einer Volkspartei wie der CDU gegenüber Klientelparteien sieht: „Wir haben es immerhin in NRW geschafft, trotz einer tief greifenden Wirtschaftskrise die Gewerkschaften und Unternehmer nicht auseinandertreiben zu lassen“, erklärte er. Es sei insbesondere Verdienst von Ministerpräsident Rüttgers, dass die NRW-CDU sowohl Akzeptanz der Gewerkschaften als auch der Wirtschaft erhalte.

Aber Laumann warnte auch: „Die Krisenverursacher machen weiter wie bisher. Eine solche Krise darf sich jedoch nicht wiederholen und die internationalen Finanzmärkte müssen dazu an die Kandare genommen werden.“

Die Veränderungen der Gesellschaft zögen auch veränderte Kindergarten- und Schulsysteme nach sich. Dem verstärkten Wunsch der Eltern nach Kinderbetreuung für unter Dreijährige und Ganztagsschulen, müsse Rechnung getragen werden. „Um Kindern, gleich welcher Herkunft, die gleichen Berufsstartchancen bieten zu können und sie in die Lage zu versetzen, eine anspruchsvolle Berufsausbildung zu beginnen, müssten alle Anstrengungen auf ein besseres Bildungssystem gerichtet sein.

Zudem sprach er sich klar für eine Beibehaltung des mehrgliedrigen Schulsystems aus. Wenn Nachfrage nach einer Hauptschule besteht, so wie in Hörstel, dann sollten die guten Hauptschulen auch bestehen bleiben.

Bei dem laufenden Umbau und Ausbau der Kindergarten- und Schulsysteme fordert Laumann klar, dass die Kommunen und Länder endlich mehr vom gesamten Steuerkuchen bekommen. „Wir brauchen mehr Ganztagsplätze in Kindergärten und allen Schulformen.“

In Bezug auf Besteuerung betonte Laumann, dass das Ehegatten-Steuersplitting richtig sei. Laumann: „Die CDU ist die einzige Partei, die sich für den Schutz von Ehe und Familien einsetzt, ohne dabei andere Lebensverhältnisse zu kritisieren.“ Die steuerliche Bevorteilung von Ehegatten sei richtig, da in einem Bedarfsfall der andere ja dann auch für ihn aufkomme.

In seinem Arbeitsfeld Gesundheitspolitik treibt Laumann besonders um, wie es weiterhin zu verhindern sei, dass das Gesundheitssystem eine Zweiklassengesellschaft werde. Die Überversorgung mit Ärzten in den Städten und der Ärztemangel auf dem Land seien nicht akzeptabel. Deswegen müsse dafür gesorgt werden, dass es für einen Arzt attraktiver werde, auf dem Land zu arbeiten.