Suche
Suche Menü

Unternehmen tun Gutes: Eine runde Premiere

Quelle: Westfälische Nachrichten

Auf dem Weg zur Waschmaschine: Auch das weltweit operierende Unternehmen Dahlke war gestern bei der bundesweit erstmals durchgeführten Messe für Integrationsunternehmen vertreten. Foto:

Auf dem Weg zur Waschmaschine: Auch das weltweit operierende Unternehmen Dahlke war gestern bei der bundesweit erstmals durchgeführten Messe für Integrationsunternehmen vertreten. Foto:
(Oliver Werner)



Münster – An der Hansalinie werden nicht nur Hemden blütenrein. 50 Mitarbeiter sorgen für frische Wäsche. Bergeweise kommt sie schmutzig aus Krankenhäusern und Altenheimen, aus Hotels, der Gastronomie oder aus gewerblichen Betrieben. Die „Alexianer Textilpflege“ steht hinter dem starken Team der engagierten Mitarbeiter, von denen 25 schwerbehindert und zwölf gehörlos sind. Uta Deutschländer hat die kaufmännische Leitung in der Verwaltung der Alexianer-Gesellschaft. Gestern war sie in der Halle Münsterland, wo einige Mitarbeiter am Bügelbrett unter Dampf standen. Dabei präsentierten sie stangenweise nicht nur T-Shirts ohne Knitterfalten, sondern vielmehr wie dieses Integrationsunternehmen funktioniert, wie in einem Rutsch Innovation gefördert und Integration geschaffen wird.

„Ich bin überrascht über den Infobedarf“, freute sich Deutschländer über den Publikums-Zulauf bei der bundesweiten Premiere einer Messe, auf der rund 80 Integrationsunternehmen aus Westfalen-Lippe ihre Leistungsstärke zeigten, unter dem Motto „Unternehmen tun Gutes!“

Die Resonanz auf dieses Angebot, das im Integrationsamt des Landschaftsverbandes (LWL) ausgebrütet wurde, war enorm. Um 9 Uhr standen die Besucher bereits auf dem Messegelände Schlange, bevor es am Ende rund 2800 waren.

Eröffnet wurde die Messe vom LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch, der auf der Bühne auch Antworten auf die Frage „Warum tun Unternehmen Gutes?“ gab. Mittags begrüßte er NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, der die Wichtigkeit von Integration hervorhob. In Talkrunden unter Moderation von Wolfgang Busse sowie Michael Schneider, beide LWL, wurden Geschäftsführer von Integrationsunternehmen befragt, wie sie in Zeiten der Wirtschaftskrise über die Runden kommen.

Derweil gab es an den professionell gestalteten Ständen der Unternehmen aus Industrie, Handel und Gewerbe Infos aus erster Hand. Darunter von der Integrationsfirma Infa, die im Juni an den Start geht und somit Haus Münsterland in Handorf vor dem Aus rettet. Geschäftsführer ist Johannes Wieners, der für den gastronomischen Betrieb mit kulturellen Veranstaltungen, Café-Terrasse und Spielplatz elf Arbeitsplätze schafft – davon mindestens sechs für Menschen mit Handicap. „Die Messe finde ich richtig gut. Weil die Integrationsfirmen Gesicht zeigen könen“, sagte Wieners.

Osterhasen gab es am DRK-Stand aus Borken zu kaufen. Café und Bistro sowie ein Second-Hand-Kaufhaus wurden an diesem Stand präsentiert. „Ein tolles Forum zum Austausch von Ideen und Tipps“, freute sich Edith Holtkamp, Prokuristin bei den DRK-Integrationsbetrieben.

Bei Thorsten Lee vom Ini-Kasino in Lippstadt lief es wie geschmiert, als er im Rekord Pumpernickel-Häppchen mit Butter bestrich.Vielfältige Produkte konnten erworben werden. Darunter das Josefsbier, das sich Ratsherr Josef Rickfelder in Anlehnung an seinen Vornamen näher anschaute.