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„Das Richtige angestoßen“

Quelle: Westfälisch Nachrichten, Ruth Jacobus

Bis auf den letzten Platz war das Kulturhaus gefüllt, als die CDU-Seniorenunion des Kreises zur Mitgliederversammlung eingeladen hatte.Foto:

Bis auf den letzten Platz war das Kulturhaus gefüllt, als die CDU-Seniorenunion des Kreises zur Mitgliederversammlung eingeladen hatte.Foto:
(Ruth Jacobus)



Tecklenburg – Mit 1114 Mitgliedern ist der Kreisverband Steinfurt der viertgrößte in Nordrhein-Westfalen. Eine Entwicklung, die den Kreisvorsitzenden der CDU-Seniorenunion, Klaus Martin Lausberg aus Tecklenburg, mit Stolz erfüllt. Am Montag begrüßte er die Mitglieder im Kulturhaus. Die jährliche Versammlung stand an. Es waren wohl weniger die Regularien wie die Delegiertenwahlen, die die Christdemokraten so zahlreich aus allen Ecken des Kreises nach Tecklenburg lockte. Sie wollten sich den Vortrag von Minister Karl-Josef Laumann nicht entgehen lassen.

Wie wichtig die Senioren mit ihrer Lebenserfahrung in der aktiven Politik sind, das betonte Klaus Martin Lausberg. Als einflussreicher Teil der Gesellschaft wolle und könne man mitgestalten – nicht nur bei Fragen der Senioren. Ohne die radikaleren Fragestellungen und Lösungsansätze der jüngeren Generation „würden wir alle keine Zukunft haben“, meinte Lausberg. „Jung und Alt müssen gemeinsam an der Zukunft arbeiten.“

Mitten im Landtagswahlkampf mahnte der Landtagsabgeordnete Wilfried Grunendahl zur Sachlichkeit. Selbstbewusst ging er darauf ein, was die Landesregierung in Düsseldorf in den vergangenen fünf Jahren – trotz der Krise – erreicht habe: 200 000 zusätzliche sozialversicherunspflichtige Arbeitsplätze, rund 8000 weitere Lehrerstellen, 2000 Familienzentren in nahezu jeder Kommune des Landes.

Gespickt mit persönlichen Erfahrungen und deutlichen Aussagen dann die Rede des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Er verwies auf die Maßnahmen, mit denen die Landesregierung der Finanzkrise entgegen gewirkt habe – sei es die Verlängerung der Kurzarbeit oder die Übernahme von Bürgschaften, damit Unternehmen Kredite bekommen können. Es seien auch Firmen aus dem Kreis Steinfurt dabei.

„Die Krise kostet einen Haufen Geld“, verdeutlichte der Minister. Geld, das knapp ist. Von 100 Euro, die das Land ausgebe, gingen 75 Euro weg für Personalkosten. 200 000 Lehrer, 45 000 Polizisten – staatliches Personal, das nötig ist und bezahlt werden muss.

Erziehung und Bildung sind für Laumann eine Kernaufgabe der Landespolitik. „Es ist die größte Veränderung, die wir seit Generationen erleben“, verwies er auf die aktuelle Entwicklung. Schulen werden vom Halb- auf ein Ganztagssystem umgestellt, seien teilweise Elternhaus ersetzend. „Das kostet den Staat mehr Geld.“ Die Ausgaben für Kindergärten seien in den vergangenen Jahren um 100 Prozent gestiegen, weil immer jüngere Kinder aufgenommen werden – eine Notwendigkeit, wenn beide Elternteile arbeiten müssen. „Mit einem Stundenlohn von zehn Euro unterhalten Sie heute keine Familie“, kennt Laumann einen wesentlichen Grund dafür.

Verändert hat sich auch die Zusammensetzung der Schüler. 38 Prozent der Erstklässler hätten Eltern, die keine deutsche Schule besucht haben, nannte Laumann Zahlen. Im Ruhrgebiet seien es teilweise 70 Prozent. „Auch Zuwanderer müssen die Chance auf einen guten Schulabschluss haben“, führte Laumann aus. Die Landesregierung habe erhebliche Anstrengungen unternommen, deutlich mehr Lehrer eingestellt und die Zahl der Ganztagsplätze in Schulen seit 2005 verdoppelt.

Viele weitere Aspekte der Landespolitik sprach der Minister an. So will er der Entwicklung entgegen wirken, dass es in Nordrhein-Westfalen immer weniger Hausärzte gibt, weil sie schlechter als in allen anderen Bundesländern bezahlt würden. Laumann hat dazu ein Förderprogramm aufgelegt.

Zehn Millionen Euro habe das Land in die Hand genommen für integrative Werkstätten.

„Wir haben in vielen Punkten das Richtige angestoßen“, zog Laumann ein Resümee und wies auch darauf hin, dass die CDU in Düsseldorf mit der FDP gut zusammenarbeite. Die Chemie stimme. Deshalb will er aber am 9. Mai bei der Landtagswahl keine Stimme an die Liberalen abgeben. „Wer möchte, dass ich Minister bleibe, muss CDU wählen“, schloss er seine Rede augenzwinkernd.